Kohlenmonoxid – das geruchlose Gas

Mit dem Beginn der Heizperiode steigt die Gefahr von CO-Vergiftungen. So vermeiden Sie eine Kohlenmonoxidvergiftung.

Immer wieder geraten Menschen durch das geruchlose Gas in Lebensgefahr.  Im Jahr 2016 sind laut Statistischem Bundesamt 640 Menschen daran gestorben. In einem besonders tragischen Fall starben 2017 sechs Jugendliche in Franken an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Mit dem Beginn der Heizperiode steigt die Gefahr von CO-Vergiftungen. Welche Symptome dabei auftreten und was Kohlenmonoxid-Warngeräte bringen - die wichtigsten Fakten im Überblick.

Gefahrenquellen - so kommt Kohlenmonoxid in die Wohnung
Kohlenstoffmonoxid, kurz Kohlenmonoxid (CO), entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Kraft- und Brennstoffe – in Heizungsanlagen, beim Grillen oder auch in Shisha-Bars. Das Gas, gerne auch als geräuschloser Killer bezeichnet, ist unsichtbar, farb- und geruchlos. Zudem gefährlich daran: Kohlenmonoxid geht durch Wände, Decken und Böden. Auch Betonwände oder gemauerte Steinwände stellen kein Hindernis dar. Die Kohlenmonoxid-Quelle muss sich also nicht unbedingt in der eigenen Wohnung befinden, um eine potenzielle Gefahr darzustellen.

Typische Gefahrenquellen für Kohlenmonoxidvergiftungen:
Gasthermen, Heizungsanlage
Technische Defekte, verstopfte oder undichte Abluftrohre sowie ungenügende Zufuhr von Frischluft können Kohlenmonoxid freisetzen und Ursache von Vergiftungen sein.
Blockierte Schornsteine
Vogel- und Wespennester oder eine abgelöste Dachpappe können den Schornstein blockieren. Das verhindert den Abzug der Verbrennungsgase.
Holzkohlegrill im Haus
Grillen in der Wohnung kann zur tödlichen Gefahr werden. Gasgrills und Heizpilze haben ebenfalls nichts in der Wohnung zu suchen.
Kamin und Ofen
Kohlenmonoxid entsteht bei der Holzverbrennung. Schornstein und Abluftrohre müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden, um das Risiko einer Kohlenmonoxidvergiftung zu reduzieren.
Gasherd
Technische Defekte an Gasherden können die Ursache einer erhöhten Kohlenmonoxidkonzentration sein.
Auch Modernisierungsmaßnahmen wie der Einbau einer leistungsstarken Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlagen können plötzlich zu einer hohen CO-Belastung im Raum führen. Der Grund: Beim Betrieb dieser Geräte kann mehr Luft abgesogen werden als dass welche nachströmt. Dadurch entsteht ein Unterdruck. So ist es möglich, dass der Kamin seine Strömungsrichtung umkehrt und Kohlenstoffmonoxid in die Wohnung gelangt.

Das sind die Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung
Eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid kann zu erheblichen gesundheitlichen Beschwerden, Bewusstlosigkeit und bis hin zum Tod führen. Typische Symptome einer CO-Vergiftung sind etwa Sehstörungen, Schwindel, starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schüttelfrost und Übelkeit. Da diese Anzeichen nicht eindeutig sind, ist es für Hausärzte relativ schwierig, die Vergiftung eines Patienten richtig zu diagnostizieren. Einzig eine Blutgasanalyse im Krankenhaus schafft hier Klarheit für die richtige Behandlung. Zudem kann das gefährliche Atemgift auch in geringen Dosen über einen längeren Zeitraum hinweg eine chronische Vergiftung bewirken. Selbst nach einer erfolgreichen Behandlung der Patienten können Folgeschäden bleiben.

Prävention - so verhindern Sie eine CO-Vergiftung
Eine regelmäßige Überprüfung der Feuerstätten bzw. Abgasanlagen im Zuge der Abgaswegeüberprüfung unbedingt notwendig, bei raumluftabhängigen Heizungsanlagen ist sie einmal jährlich vorgeschrieben, bei raumluftunabhängigen Heizungsanlagen alle zwei oder drei Jahre. Experten raten ergänzend hierzu zur Installation von Kohlenmonoxid-Meldern. Der CO-Melder erkennt bereits geringe Mengen des Atemgiftes. Kohlenmonoxid-Melder sollten in Aufenthalts- und Schlafräumen sowie mindestens in Räumen mit brennstoffbetriebenen Geräten installiert werden.

Was sollte ich beim Kauf eines Kohlenmonoxid-Melders beachten?
Kaufen Sie nur Kohlenmonoxid-Melder, die von einem anerkannten Prüfinstitut nach DIN EN 50291-1 geprüft und zertifiziert worden sind. Geprüfte Geräte erkennen Sie ganz einfach am BSI- oder LPCB-Prüfzeichen auf Gerät und Verpackung.

Was tun, wenn ein Kohlenmonoxid-Melder Alarm auslöst?

  • Verlassen Sie umgehend das Gebäude mit allen in der Wohnung anwesenden Personen!
  • Öffnen Sie Türen und Fenster, sofern möglich.
  • Nehmen Sie Ihr Mobiltelefon mit!
  • Rufen Sie per Notruf 112 Rettungsdienst und Feuerwehr!
  • Warten Sie draußen auf die Einsatzkräfte.
  • Informieren Sie nach Möglichkeit weitere Bewohner/Nachbarn über die Gegensprechanlage oder telefonisch. Gehen Sie nicht zurück ins Haus!

Höheres Risiko in modernen Häusern
Experten warnen davor, dass die Gefahr hoher Kohlenmonoxid-Konzentrationen in modernen Haushalten wächst. Der Grund: Gut gedämmte Häuser und luftdichte Fenster treffen auf leistungsstarke Ablufthauben in der Küche. Der Trend zu Kaminöfen und Ethanol-Brennern birgt zusätzliche Kohlenmonoxid-Gefahren. Darüber hinaus kann das Gas mühelos durch Wände oder Fußböden dringen und so auch in Räumen auftreten, in denen sich keine potenzielle CO-Gefahrenquelle befindet.

Vorsicht im Holzpelletlager
Bei der Herstellung des Holzes bzw. der Späne entsteht unter anderem Kohlenstoffmonoxid (CO). Holzpellets können deshalb über einen längeren Zeitraum das giftige Gas freisetzen. In solchen geschlossenen Räumen kommt es deshalb regelmäßig zu hohen Kohlenmonoxid-Konzentrationen - Vergiftungsgefahr inklusive. Holzpelletlager sollten baulich von den Wohnungsräumen getrennt sein und gründlich gelüftet werden.

Gut zu wissen: Kohlenmonoxidwarngeräte ersetzen keine Rauchmelder!

Quelle: GDV

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